Grunderwerbsteuer: Berlin ist doppelt so teuer wie Bayern

Der Traum vom eigenen Zuhause steht seit Generationen für Sicherheit, Unabhängigkeit und den Aufbau von Vermögen. Doch die Realität zeigt: Immer weniger Menschen können sich diesen Traum erfüllen. Ein wesentlicher Grund liegt in den hohen Erwerbsnebenkosten – allen voran der Grunderwerbsteuer, die vollständig aus Eigenkapital bezahlt werden muss und damit gerade junge Käufer stark belastet.

Ein Blick auf die aktuelle Analyse von ImmoScout24 und der Bundesagentur für Arbeit zeigt deutliche Unterschiede zwischen den Bundesländern: Während Käufer in Berlin durchschnittlich 9,4 Monatsgehälter für die Grunderwerbsteuer eines typischen Eigenheims aufbringen müssen, sind es in Bayern nur 4,7 Monatsgehälter. Damit ist die Belastung in der Hauptstadt mehr als doppelt so hoch wie im Süden. Auch Hamburg (8,9) und Brandenburg (8,0) liegen weit über dem Durchschnitt.

Politische Ursachen statt Marktmechanismen

Diese Unterschiede lassen sich nicht allein durch Immobilienpreise erklären. Sie spiegeln vielmehr politische Grundhaltungen wider – nämlich, wie stark Eigentum in einem Bundesland gefördert oder gebremst wird.

  • Eigentumsfreundliche Länder wie Bayern oder Sachsen setzen traditionell auf niedrige Grunderwerbsteuersätze und betrachten Wohneigentum als Teil privater Altersvorsorge.
  • Städte und Länder mit stärker sozialpolitischer Ausrichtung, etwa Berlin oder Hamburg, verfolgen dagegen häufig das Ziel, den Immobilienmarkt zu regulieren und Mieter zu schützen – Eigentum wird hier weniger aktiv gefördert.
  • In einigen Ländern wurde die Grunderwerbsteuer mehrfach erhöht, um Haushaltslücken zu schließen – mit der Folge, dass der Schritt ins Eigentum für viele unerschwinglich wird.

So entsteht ein politisches Gefälle, das sich direkt in der Erschwinglichkeit von Wohneigentum niederschlägt. Die Steuerpolitik entscheidet damit zunehmend darüber, wo sich Menschen Eigentum leisten können – und wo nicht.

Fazit: Eigentum braucht politische Rückendeckung

Wer den Zugang zu Wohneigentum erleichtern will, muss die Erwerbsnebenkosten – insbesondere die Grunderwerbsteuer – neu denken. Freibeträge für selbstgenutztes Wohneigentum, niedrigere Steuersätze oder bundesweite Harmonisierung könnten den Einstieg deutlich erleichtern. Denn Eigentum ist nicht nur eine wirtschaftliche Entscheidung – es ist auch Ausdruck politischer Haltung.

Quelle (August  2026): https://www.freiheit.org/de/deutschland/was-die-grunderwerbsteuer-wirklich-kostet

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